Eine alte Weisheit sagt, dass es für den Aufbruch in die Zukunft immer wichtig ist, dass man weiß, wo man her kommt.
Das ist bei einem Verein, einer Gemeinschaft, um so wichtiger, weil ab einem bestimmten Zeitpunkt die „Pioniere“, die Vereinsgründer und die Menschen, die zu diesem Zeitpunkt dabei waren, irgendwann nicht mehr auf dem Weg sind.
Schauen wir gemeinsam auf die Geschichte zurück:
Abgesehen von einem kurzfristigen Versuch zwischen 1936-38 gab es die Idee, dass sich „alte“ Pfadfinder zusammenschließen, erst nach 1947. Es geschah, was wir uns heute eigentlich wünschen: Ehemalige der Pfadfinder Österreichs (PÖ), zumeist Rover schlossen sich zu „Klubs“ zusammen. Diese waren aber in den Gruppen integriert. Eine ähnliche Idee gab es beim Pfadfinderbund (ÖPB), die sich zu „Gilden“ zusammenfanden, aber eigenständig waren. Nach einem in Dänemark schon erfolgreichen Vorbild strebten diese Gilden einen Zusammenschluss an und 3 Gilden aus Wien und 2 Gilden aus Salzburg gründeten schon am 21.10.1950 den „Verband der Pfadfindergilden Österreichs“. Warum feiern wir aber heuer erst 75 Jahre? Weil die behördliche Anerkennung am 15.2.1951 erfolgte! Josef Miegl wurde zum ersten Vorsitzenden gewählt. Auch der Gildenweg ist 75 Jahre alt! Er erscheint erstmals bei der Generalversammlung zur Vereinsgründung. Der Großteil der Mitglieder waren junge Leute in ihren 20ern und 30ern und sie machten sich daran, etwas Neues, Interessantes, Aktives zu schaffen. Einen ersten großen Auftritt haben die Gilden bereits als Helfende am 7. Jamboree in Bad Ischl.
Der Mitgliedsbeitrag beträgt 2 Schilling (nach heutiger Kaufkraft etwa EUR 1,40).
Sieben Klubs der PÖ stoßen ab 1953 als eigene Vereine zum Verband und Österreich ist nun stark genug um in diesem Jahr auch ein Gründungsmitglied des internationalen Verbands IFOFSAG (heute ISGF) sein. Nun heißen wir VAPGÖ (Verband Altpfadfindergilde Österreichs). Es sind werden beide Begriffe verwendet. 20 von rund 300 Mitgliedern sind Frauen. 1955 beschloss die Internationale Konferenz das Aussehen des Gildenabzeichens wie wir es heute noch kennen (rote Lilie auf weißem Kleeblatt). Ein Jahr später tagt der Gilden-Weltrat in Wien.
Schon früh bemüht man sich um die Zusammenarbeit mit den „Jung“-Pfadfindern. 1960 gibt es einen bundesweiten Logbuchwettbewerb. Der Gildenweg wird übrigens inzwischen 350fach auf Matrizen für die Mitglieder reproduziert. In Wien gründet sich die Stadtgilde Wien, die Distrikte selbst gibt es noch nicht.
Schon 2 Jahre später, 1962, sind knapp 500 Mitglieder im Verband und es wird zu einem ersten Bundestreffen in Laa/Thaya eingeladen. Ein Drittel der Mitglieder nimmt teil, eine Quote, von der man heute nur träumen kann, denn wann trafen sich zuletzt 1100 Mitglieder? Überhaupt tut sich in den 1960er Jahren in unserer Gemeinschaft recht viel. Noch 1962 gibt es erstmals ein „Gildepickerl“ fürs Auto. Der Weltfreundschaftstag wird 1964 erstmals in Österreich begangen. Nachfolger als neuer VGM wird 1965 Franz Merzl. In diesem Jahr startet auch die Initiative „Altpfadfindertag“, eine Aktion, bei der eine Gilde etwas für die Pfadfinderjugend tun sollte, von der Organisation eines PWK über finanzielle Unterstützung bis zu Vorträgen, um die Bekanntheit in der Pfadfinderwelt zu steigern.
Räumlichkeiten in der Wiener Laudongasse können erstmals gemeinsam mit dem ÖPB als Ort für Versammlungen und Sitzungen genutzt werden. In einem Artikel im Gildenweg stellt man fest: Durchschnittsalter 40 Jahre. 1967 melden erstmals über 50 Gilden (53 um genau zu sein) ihre Mitgliedschaft (auch wenn in diesem Jahr die letzte Tiroler Gilde schloss). Die Generalversammlung findet übrigens, wie von Beginn an, jährlich statt. 1969 startet auch etwas, was die folgenden Jahre und besonders einen Ort prägen wird: Das „Treffen der Alpenländer“ findet erstmals in Großarl statt.
Die Aufarbeitung der Geschichte unserer Bewegung ist für Mitglieder, die vielleicht ihr ganzes bisheriges Leben im Verein verbracht haben, ein Anliegen. Das war wohl auch der Anstoß für Gildenmitglieder das „Institut für Pfadfindergeschichte“ zu gründen, das ja heute ein Teil des bekannten Pfadfindermuseums ist. Im selben Jahr startet das nun so genannte „Europäische Altpfadfinder-Forum Großarl“ durch. Über 200 Teilnehmende aus 10 Nationen folgen der Einladung. In kommenden Jahren werden dort bedeutende Redner wie Anton Pelinka, Lazlo Nagy, Dolores Schmidinger, Rudolf Kirchschläger, … vor bis zu 430Teilnhmenden sprechen.
Im Zuge der Feiern des Bestehens des Verbandes wurde bei Königsbrunn ein Pfadfinderwald eröffnet. Im 25. Jahr der Anerkennung, 1971, wählt die Generalversammlung Erich Cevela zum VGM. In diesem Jahr werden nun auch die Distrikte fix eingeführt, damals waren es fünf. In Großarl wird im Zuge der „Aktion Hampelmann“ ein Spielplatz, die „Insel der Kinder“, seiner Bestimmung übergeben. Überhaupt sind Kinder ein großes Anliegen: der Verband „adoptiert“ (gemeint: übernimmt die Kosten für) ein Kind in Indien im Rahmen der Organisation „Rettet das Kind“ und motiviert 6 Gilden Gleiches zu tun. Im selben Jahr findet ein erster Versuch eines Seminars für Gildefunktionäre statt. 45 Teilnehmende melden sich an.
1973 hostet der Gildenverband die 10. Generalversammlung der IFOFSAG in Wien. Delegationen aus 19 Ländern erleben die Gastfreundschaft. Eine Erinnerungsplakette wird im Rathauspark verlegt.
Im Lauf des Jahres 1974 sind wir endlich über 1000 Mitglieder.
Aus dem Seminar ein paar Jahre zuvor richtet der VGM ab 1976 das „Forum der Gildemeister“ ein, das ab nun jährlich in Tullnerbach abgehalten wird. Bei diesen (Bundes-)Foren wurden Entscheidungen des Verbandes mit den GM vordiskutiert. Auf Anregung der Stadtgilde Wien und aufgrund der Erfahrungen des Erdbebens in Friaul, bei deren Hilfe sich auch die Gilden beteiligten wird 1976 auch die Einrichtung eines Katastrophenfonds erwogen. Bis zur Gründung der „Aktion 100“ sollte es aber noch ein paar Jahre dauern.
Im Lauf des Jahres 1978 stimmen die Mitglieder auch für die neue Bezeichnung des Verbandes. Ab nun heißen wir „PGÖ“ (Pfadfindergilden Österreichs). Dabei war die Entscheidung sogar kontroversiell, da es 3 Vorschläge zur Abstimmung gab. Das Wort „Alt“ erschien unpopulär und nicht imagefördernd. Es gab aber sogar den Vorschlag, das Wort „Pfadfinder“ wegzulassen. Heute wirkt es ja fast, als wäre inzwischen auch das Wort „Gilde“ unpopulär.
Eine Sozialaktion, die damals im Jahr 1979 eine große Aufmerksamkeit erlangte, war die „Aktion Brillenschlange“ auf Initiative des Gildenwegs. Es wurden Brillen für die Dritte Welt gesammelt und nach etwa 2 Jahren hatte man schon 3000 Brillen in afrikanische und asiatische Länder versendet. Die Generalversammlung wird auf einen Zweijahresrhythmus gelegt.
Um die Vielfalt unserer Aktivitäten zu dokumentieren und durch zu wahrlich ausgezeichnete Aktionen zu motivieren wird 1981 der „Gilde Aktiv Preis“ ins Leben gerufen und die auch heute noch begehrte und dafür vergebene St. Georgs-Plakette eingeführt. Die ersten Preisträger waren die Gilden Kara Barteis und Bruck/Leitha.
Nach zwei Jahren der Vorbereitung wird 1982 eine neue Fassung des Versprechens und der 8 Gesetzespunkte veröffentlicht. Aus dem „Forum der Gildemeister“ folgt weiters die Idee, dass das „Haus“ der PGÖ auf 4 Säulen (heute 6 Säulen) ruht. Ebenso wird in diesem Jahr die Zentralgilde für Einzelmitglieder, die keiner Gilde angehören gegründet, um ihnen die Mitgliedschaft im Verband zu ermöglichen. Die Initiative „Wurzelschnüffler“ sollte die Pfadijugend ermuntern, ihre Geschichte zu recherchieren und die Namen früherer Funktionäre erkunden. Es beteiligten sich 26 Gruppen, die etwa 1800 Namen potenzieller Gildenmitglieder erarbeiteten.
Wie einflussreich die PGÖ auch im IFOFSAG sind, zeigt sich 1983 an der Wahl von Ferry Partsch zum Vorsitzenden des Weltverbandes. Im folgenden Jahr wird der (erste) berühmte Himmelsknoten in Großarl errichtet.
Im Jahr 1985 löst Margarete Schopper im Weltverband Ferry Partsch ab. Wieder eine Österreicherin. In der neu gegründeten International Guild Vienna fanden sich die in Wien stationierten Mitarbeitenden von UNO-Organisationen.
Beim „Forum der Gildenmeister“ desselben Jahres wird die Aktion „Ein Sommer für den Frieden“ vorgestellt, bei der Pfadfinderkinder aus dem umkämpften Libanon im nächsten Jahr in Österreich den Sommer verbringen sollen. Das Forum stimmt positiv darüber ab. Im Nonntal erhält der Verband Räumlichkeiten für Archiv und Verbandsarbeit.
Ferry Partsch folgt 1987 nun als VGM nach. Wir halten bei 63 Gilden und etwa 1700 Mitgliedern. Als ein wichtiges Ergebnis der Ausbildung für GM erscheint 1987 das „Handbuch für Gildenmeister“. Außerdem erstmals eine Broschüre für Interessierte: „Wie gründe ich eine Gilde und warum?“ Mit der „Aktion 100“ (diese ist nach dem Wert 100 Schilling benannt) ist es ebenfalls 1988 so weit. Der lange geplante Katastrophenfonds der PGÖ wird Wirklichkeit. Anlässlich des 20. Treffens in Großarl wird ein eigener Hymnus komponiert: „Brüder hört das Wort“.
Die 90er-Jahre starten mit einem Meilenstein: 2000 Mitglieder in 71 Gilden. Aber das ist nicht alles aus dem Jahr 1990. Anlässlich eines Landeslagers in Wien eröffnet das Gildencafé erstmals die Tore (bzw. Zeltwände). In Waidhofen/Ybbs findet ein Zeltlager speziell für junge Gildenmitglieder statt. Die Salzburger Gilden präsentieren sich dem potenziellen Publikum mit Stationen am Pfingsttreffen der RARO. Das Gilden-Polo-Shirt wird eingeführt. Und die 1. Konferenz der Region Europa findet in Wien statt. Nach der Öffnung des Ostens helfen wir aktiv bei Gildengründungen in Ungarn und (damals noch) der Tschechoslowakei. Das alles in einem Jahr.
Im folgenden Jahr ist Österreich an der Gründung der Subregion Zentraleuropa beteiligt. Das Gildencafé bewährt sich am PPÖ-Bundeslager in Klosterneuburg. 1992 schwingt sich der Verband zur bisher größten Sozialaktion auf. Während des Bürgerkriegs in Kroatien werden für ein Kloster, das als Flüchtlingsunterkunft dient, Geld und Sachspenden in Höhe bis zu 3,5 Mio. Schilling (heute etwa 255.000 Euro) durch Gildeninitiativen und -netzwerke gesammelt.
Beim Forum Großarl bahnen sich Änderungen an und so übernimmt der Verband selbst die Organisation künftiger Veranstaltungen. In den folgenden Jahren lädt man wieder besondere Redner nach Großarl: Astronaut Viehböck, Sepp Forcher, Almaz Böhm von „Menschen für Menschen“, …
1994 beginnt im Verband das „Computerzeitalter“ und in der Schopenhauerstraße in Wien 18 erwirbt man ein neues Verbandslokal, das erst renoviert und adaptiert werden muss. Im Behelf der Altersstufe RARO werden die Gilden als Angebot nach der aktiven Zeit bei den Jugendstufen auf zwei Seiten beschrieben.
Anlässlich der Weltkonferenz 1996 in Italien nennt sich der Weltverband auf ISGF um. 1997 präsentiert man sich mit der Ausstellung „Die Gute Tat der Gilden“ und in Großarl wird zum 30. Forum das Denkmal „Die Grußhand“ aufgestellt. Als VGM wird Leopold Jonas gewählt.
Aus einer groß angelegten Sozialaktion erwächst 1998 in Rumänien das „Haus Bistrica“ ein Waisenhaus für Mädchen mit Ausbildungsmöglichkeiten, das gänzlich auf Spendeninitiativen der Gilden, allen voran der Gilde Maxglan, beruht. Ein weiters Lager für junge Gildenmitglieder unter dem Motto „Family Scouting“ wird veranstaltet. Im letzten Jahr der 1990er erreicht unser Verband schon nach knapp 9 Jahren eine neue Höchstmarke: 3000 Mitglieder in 93 Gilden. Es ist auch das Jahr, in dem die erste Infoseite im Internet veröffentlicht wird.
Der Verband hat den Wechsel des Jahrtausends gut überstanden und begrüßt im Juni 2001 die 100. Gilde (Gilde Traunsee). Raimund Görtler wird der neue VGM. Die neuen Richtlinien der Ausbildung werden vorgestellt und im November beginnt die erste von 3 Stufen (die nächsten folgen in den zwei Folgejahren). Zunehmend beteiligen sich Gildenmitglieder an den Bundes- und Landeslagern, vorwiegend im Gildencafé und zeigen sich den Jungen.
Das Forum der Gildemeister wechselt im Herbst 2002 ins Schloss Zeillern.
Im Jahr 2003 verlängert man den Abstand der Generalversammlungen auf 3 Jahre. Da nun viele die nationalen Treffen mit Freunden aus entfernten Gilden vermissten wurden schon ab 1984 für die Zwischenjahre nun die „Gildentage“ eingeführt.
2004 wechselt der Vorsitz zu Werner Weilguny als VGM. Das neue (und aktuelle) Verbandslokal in der Loeschenkohlgasse 25, in 1150 Wien, wird bezogen. Es wird auch ab 2006 die „Plattform“ als Gesprächsrunde zwischen PPÖ und PGÖ installiert. Mittlerweile sind auch andere Verbände, wie ÖPB, MPÖ und PLAST dazugestoßen. Die neue Homepage lautet www.pfadfindergilde.at. Außerdem werden zu 100 Jahre Pfadfinder 3000 Flaschen Gildewein verkauft (die letzte im Jahr 2008), deren Reinerlös der Aktion 100 zukommt. Wahrscheinlich wurde die letzte Flasche während der Weltkonferenz von ISGF in Wien (das zweite Mal nach 1973) verkauft an der auch Michael Baden-Powell teilnimmt. 2009 wurden die (Zwischen-) Gildentage wieder beendet und finden seither als Rahmenprogramm der 3jährigen Generalversammlung statt.
2010 verlegt man den Zeitpunkt des Forums Großarl vom Jänner in den Juni. Mit Andrea Kirchdorfer wird nach 59 Jahren die erste Frau als VGM gewählt. Nach dem Erfolg einer Aktion aus dem Jahr 1985 werden nun je 10 Pfadis aus Israel und Palästina zu einer „Begegnung im Frieden“ eingeladen. Sie nehmen am Lager Ursprung teil und verbringen gemeinsam auch Zeit in Großarl. Ein Arbeitskreis erarbeitet das Konzept der 4 Altersphasen, das nach und nach in die Gildenarbeit einfließen soll.
Schon bei der GV 2013 übernimmt nach Wahl Michael Gruber die Funktion des VGM. Im selben Jahr geht auch nach 45 Jahren das „Europäische Forum der Gildepfadfinder Großarl“ zu Ende. Es nehmen noch 125Personen aus 11 Ländern teil. Mit der PPÖ wird eine Abmachung über gegenseitige Anerkennung der Ausbildung getroffen und der gegenseitige Zugang zu Angeboten vereinbart.
Das Ausbildungssystem aus dem Jahr 2001 hat nach 15 Jahren rund 61 Absolventinnen und Absolventen zu verzeichnen. Deshalb wird im Jahr 2016 als Angebot für den Austausch die Gilden Gilwellpark Gruppe eingeführt, die seither Reunionen in unregelmäßigen Abständen veranstaltete.
Im Jahr 2017 intensivierten die lokalen Gilden die verbandseigene Sammeltätigkeiten für den internen Hilfsfonds „Aktion 100“. Die PGÖ entsandte eine starke Delegation zum Treffen der Subregion Zentraleuropa des Weltverbandes ISGF. Ziel war die engere Abstimmung von Hilfsprojekten für Geflüchtete entlang der damaligen Migrationsrouten in Kooperation mit den Gilden aus Tschechien und der Slowakei.
Nach etwa 5jähriger Entwicklungszeit wird nun auch das Altersphasenmodell (Saat – Reife – Ernte – Genuss) öffentlich vorgestellt.
Zur Erinnerung an „50 Jahre Gildeforum Großarl“ trifft man sich im Mai 2018 zu einer Woche voll Tradition, Freundschaft und Aktivität. Ab 2019 versuchen lokale Gilden die Tradition der Treffen in Großarl wieder aufleben zu lassen. Zwar in einem kleineren Ausmaß, aber mit ähnlichem Enthusiasmus. Der formelle Austausch weicht dabei einem Angebot für ein „Aktivwochenende“.
In diese Zeit fallen 2020 auch die Schwierigkeiten aufgrund der Covid-Pandemie. So kommt es zu einem verstärkten Ausbau der Angebote über elektronische Medien. Die Einführung von Microsoft 365 (inklusive Teams und SharePoint) für alle Distrikte und Gildemeister sicherte den nahtlosen Informationsfluss und digitale Clubabende.
2022 übernimmt Andrea Gartlehner die Aufgabe der Leitung als VGM. Der Verband hat in etwa 3.400 Mitglieder in 97 Gilden. Ein Schwerpunkt liegt nun auf der vertieften Kooperation mit der Jugendorganisationen PPÖ und ÖPB. Wir feiern 70 Jahre PGÖ.
Um die Zukunft unseres Verbandes zu stärken kommt es 2024 zur Einführung der Zukunftswerkstatt. Im Jahr 2026 zur Einberufung einer Satzungsgruppe, um unsere Spielregeln zukunftsfit zu machen und schließlich nach rund 25 Jahren die Initiierung der Überarbeitung der Aus- und Weiterbildungsangebote für unserer Mitglieder und Funktionäre. Ein Online-Shop für Gildenmerchandise wird installiert.
Nun sind wir also im Jahr 75 nach Gründung unserer Gemeinschaft angelangt.
Wir stehen im Spannungsfeld zwischen einer langen Tradition mit viel echter Tradition und liebgewonnenen Gewohnheiten. Das Durchschnittsalter unserer Gilden ist bei knapp 70 Jahren angelangt.
Wir erleben eine bunte Mischung von Gilden die sehr aktiv sind aber Gilden die nach vielen aktiven Jahren alle Aktionen, die über ein monatliches Treffen hinaus gehen, eingestellt haben. Das hat alles seine Berechtigung. Aber im Sinn von Baden-Powell ist Pfadfinderei eine Bewegung. Etwas, das in den nächsten 25 Jahren neu und andere Geschichten schreiben wird und schreiben muss. Dafür sind wir als die aktuellen Gildenmitglieder verantwortlich!
Immer öfter hört man von Gildenmitgliedern: man muss etwas für die Jungen machen. Damit auch in 25 Jahren noch Mitglieder 100 Jahre Gilden in Österreich feiern können.
Dieser Wunsch bedeutet aber vielleicht, neue Traditionen zuzulassen, hinderliche Gewohnheiten loszulassen oder auch Angebote zu setzen, die für die nächsten Generationen attraktiv sind, auch wenn sie für langgediente Mitglieder entbehrlich erscheinen.
Fast neidvoll können wir in die 1990er zurückblicken, in denen in knapp 10 Jahren rund 1000 Mitglieder dazugekommen sind. Welche Angebote haben wir für junge Interessenten gesetzt? Was hat sie so begeistert? Wie präsent war unser Angebot? Gelingt uns das wieder?
Baden-Powell bemerkte einmal: „Stillstand ist nutzlos. Es gibt das eine oder das andere, entweder Fortschritt oder Nachlassen. Wählen wir den Fortschritt – und mit einem Lächeln im Gesicht.“ – IN diesem Sinne unseres Gründers: Happy Jubiläum to us. Wünschen wir uns viele lächelnde Gesichter und eine 100jahr-Feier in 25 Jahren.
Hansi SLANEC
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