Werner Weilguny, 2007 in Graz St. Georg. Foto: Willi Baumgartner

Nachruf Werner Weilguny

Am 06.01.2021 ist unser Ehren-Verbandsgildemeister Werner Weilguny knapp nach Erreichung seines 80. Geburtstags von uns gegangen. Sein Herz brachte ihn immer wieder in Spitalsbehandlung und Corona setzte einen Schlussstrich. Damit endete ein Pfadfinder-Leben, das sich über rekordverdächtige 70 Jahre erstreckte. Seine Pfadfinderlaufbahn begann in Mauthausen, seinem Geburtsort als Wölfling. Es folgte ein immer intensiver werdendes Engagement für die Pfadfinderbewegung. Pfadfinder, Führer, Mitarbeiter im (wie es damals hieß) Landeskorps Wien. Dort endete er letztlich als Landesfeldmeister für mehrere Perioden.

 

Seine Ausbildung hat ihn nach Wien gezogen. Er absolvierte das TGM Wien und durfte seither den Titel „Ing.“ führen. Er landete bei der renommierten Firma IBM, der damals führenden EDV-Institution – ein begehrter Job. Im Rahmen dieser Firma konnte er auch seine internationalen Erfahrungen begründen. Ein längerer Aufenthalt brachte ihn nach Großbritannien und auch die USA gehörten zu seinem Besuchsprogramm.

 

Seine Tätigkeit als Wiener Landesfeldmeister brachte ihn auch in Kontakt mit der Gildebewegung. Die Zusammenarbeit wurde intensiviert, als am Großlager Vienna 90 in Laxenburg über 100 Gildemitglieder an der Organisation beteiligt waren und das Gildecafé seine Premiere feierte. Wir haben damals die ganze Lagerleitung zu einem Gourmet-Buffet ins Gildecafé eingeladen. Die Liebe geht auch durch den Magen.

 

1995 wurde im Vorstand der Pfadfinder-Gilde Österreichs die Position des Internationalen Sekretärs vakant. Nach einem Arbeitsgespräch hatten wir einen neuen I.S.  Werners Periode als Landesfeldmeister war zu Ende gegangen und IBM machte aus älteren Mitarbeitern Frühpensionisten und Konsulenten.

 

Werner begann seine Tätigkeit mit Feuereifer. Österreichweit nutzte er seine Beziehungen, um Neugründungen von Jung-Gilden zu fördern. Sein Slogan war „Hinter jeder Gruppe eine Gilde!“  Bei österreichischen Bemühungen, die Entstehung von Gilden in den neuen Demokratien Ostmitteleuropas zu fördern war er mit dabei.  Als 1996 die Redaktion des „Gildenwegs“ neu gestaltet werden musste, meldete er sich zur Mitarbeit im Redaktionsteam. Auch in der Briefmarkenbank war er tätig. Als I.S. absolvierte er viele Auslandbesuche, unter anderem als Leiter der österreichischen Delegation bei der ISGF Weltkonferenz in Indien. Zu seinem Aufgabengebiet gehört auch, Österreich in der 1993 gegründeten Subregion Zentraleuropa zu vertreten und dort mitzuarbeiten.

 

Wer ein Amt gut ausfüllt, bekommt bald ein höheres. So war es nur logisch, dass die Generalversammlung 2004 in Salzburg Werner zum neuen Verbandsgildemeister wählte. Er hielt dieses Amt 2 Perioden bis 2010 inne.  Im gleichen Jahre wählte auch die Konferenz der Europaregion des weltweiten Gildeverbands ISGF in Canterbury Werner zum Vorsitzenden der Region Europa.

 

Während der Amtsperiode Werners hielt das Wachstum des Verbands mit den Gründungen neuer Gilden an. Werners Bemühungen beschränkten sich nicht nur auf die Pfadfinderwelt. Er war immer bemüht, die Gildenbewegung in der Öffentlichkeit zu präsentieren und politische Funktionäre und prominente Persönlichkeiten zu kontaktieren.  2007 lud Barbra Prammer als Vorsitzende des Nationalrats zum 100-Jahres-Jubiläum der Pfadfinderbewegung ein und 2016 organisierte er eine 65-Jahre-Feier  des Gildenverbands im Wiener Rathaus. Als Redakteur der Zeitschrift ZE@ktuell war er bis zuletzt tätig.

 

Werner Weilguny wird in die Geschichte der Pfadfinder- und Gildenbewegung in Österreich, Europa und der Welt als eine Persönlichkeit eingehen, die diese mitgestaltet und geformt hat. Werner war ein Netzwerker. Er suchte stets das Gespräch, oft auch mit Persönlichkeiten, die im ersten Blick nicht die primäre Zielgruppe zu sein  schienen, aber doch vielleicht etwas beitragen könnten. Werner war ein guter Zuhörer, wusste aber auch seinen Standpunkt zu vertreten. Ein ruhiges, sachliches Agieren waren sein Markenzeichen.

 

Für viele von uns war Werner nicht nur Kollege, sondern auch Freund, und wir denken gerne und nun auch mit Wehmut an die vielen Stunden, die wir mit ihm in vielen Orten gemeinsam und in guter Stimmung verbracht haben.
Historiker werden nicht an seiner Person vorbei gehen können und sein Name wird in vielen Publikationen aufscheinen. Über das hinaus aber wird die Erinnerung an ihn auch in unserem Herzen erhalten bleiben.

 

Ein guter Freund und eine geachtete Persönlichkeit hat uns verlassen.

Wir trauern mit seiner Familie.

Für Werner: ein letztes Gut Pfad!

 

Im Namen des Präsidiums der Pfadfinder-Gilde Österreichs:

VGM Mag. Michael Gruber

 

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Verabschiedung Ehrenpräsident Ing. Werner Weilguny

Unter Einhaltung strengster Corona-Richtlinien haben sich viele Pfadinder- und Gildefreunde am 22.1.2021 von Werner verabschiedet.
Blauer Himmel, Sonnenschein, Nachrufe von Pfadfinder/Pfarrer Peter Fiala, Ferry Partsch und Michael Gruber, Gitarren- und Mundharmonika-Klänge von Hans Kloiber, Hans Dufek und Georg Weilguny,

Fahnenspalier, ein Lichtermeer am Grab, genau wie es Werner liebte.

Ich glaube, Werner schaute uns zu und ist sehr stolz auf SEINE Pfadfinder.

Ein letztes Gut Pfad,
VS Helga

 

Über den Autor

Wolfgang Lorenz (Red.)
editor

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